Aktion Fußballtag

 

Ziel des Vereines „Aktion Fußballtag e.V.“ ist es, Kinder aus allen Schichten und aus allen Ländern eine Basis für ein gemeinsames und verständnisvolles Miteinander zu geben. Dabei soll mit Hilfe des Sports, der Teamgeist und das Verständnis für unterschiedliche Stärken und Schwächen gefördert, Konfliktlösung gelernt und alle sozialen Grenzen und Vorurteile überwunden werden. Schülerinnen und Schüler der Neustadter Glockenbergschule hatten das Glück, in den Genuss eines solchen Fußballtages zu kommen.

 

Neustadt – Zu Beginn regnete es in Strömen, aber die Jungs und einige Mädchen der 3., 4. und 5. Klasse der Glockenbergschule Neustadt waren hellauf begeistert. Sie erlebten bei der „Aktion Fußballtag“ den Zauber dieser Sportart, die Menschen über alle Grenzen hinweg begeistert und mitreißt. „Es war ein herausragendes Erlebnis“, freute sich Lehrer Michael Balling. Sozialkompetenz, Toleranz, Teamarbeit und Fairness kennzeichnen den Fußball, was ihn begeistert.

„Ich bin stolz drauf dass er dabei ist“, freute sich der Motor der „Aktion Fußballtag“ Jo Eller aus Aalen, mit Oskar Cuquejo einen herausragenden Trainer mitgebracht zu haben. Jo Eller leitet das größte Fußballsozialprojekt in Deutschland. Nachdem ein Trainer für Neustadt ausfiel sprang er selbst ein.

Was wäre der Nürnberger „Club“ ohne eine herausragende Sichtung und Förderung von jungen Talenten? Oskar Cuquejo – Chefscout des FC Nürnberg im Juniorenbereich und seit 2005 beim „Club – ist hier in maßgeblicher Funktion aktiv. Daneben macht es ihm viel Freude, mit der „Aktion Fußballtag“ zu Kindern und Jugendlichen zu kommen. So fuhr er auch nach Neustadt und begeisterte die Kids.

Um Kinder und Jugendliche noch mehr für den Fußballsport zu begeistern, führt der von Jo Eller gegründete Verein „Kinderfußballsozialverein“ Kinderfußballtage in Kinderheimen, Feriendörfern und Schulen durch. Die kostenlose Veranstaltung dieser gemeinsamen Fußballtage ermöglicht es Kindern aus allen Schichten und Umfeldern einander besser kennen und schätzen zu lernen. Dieses mit dem Ziel, die Kinder – vor allem aus sozial schwachen Familien oder aus einem Umfeld mit Migrationshintergrund – beim Aufbau sozialer Kontakte zu unterstützen. Im Rahmen eines Kinderfußballtages erhalten Kinder einen Tag lang ein Training unter Anleitung von professionellen Trainern bekannter Fußballschulen aus ganz Deutschland. Das Training beinhaltet sowohl spezielle Koordinationsübungen wie bei den Stars, als auch Übungen für den alltäglichen Sportunterricht an den Schulen. Dabei ist den Trainern vor allem die Balance zwischen Spaß und Disziplin wichtig. Nach dem Training erhielt jedes Kind einen tollen Fußball geschenkt.  

„Wir – der Club und viele andere Vereine auch – finden das Projekt von Jo Eller einfach toll“, betonte Club-Jugendkoordinator und Chefscout Oskar Cuquejo. Fußball sei einfach ein tolles Spiel und Ellers Idee, diese Freude an Jungs und Mädchen weiterzugeben  finde er großartig. „Fußball überwindet Grenzen. Wir gehen in die Schulen rein und versuchen Jungs und Mädchen für den Fußball zu begeistern. Fußball ist einfach viel mehr als das Ergebnis. Es geht um Spaß, um Miteinander.“ Mit diesen Aktionstagen gehe es darum, dem Fußball andere Facetten zu geben als sie im Fernsehen dargestellt werden.

Jo Eller hat einen breiten Pool an kompetenten Trainern aus allen Bundesligavereinen, von denen sich immer jemand bereit erklärt bei einer Aktion mitzuwirken.

Oskar Cuquejo spielte schon selbst Fußball, aber zum Profi reichte es nicht, erklärte er den Schülerinnen und Schülern. Dazu fehlte ihm wohl einiges, vor allem aber dieser enorme Ehrgeiz, der dazu notwendig ist um sich in der höchsten Spielklasse zu etablieren. Schon bei den Nürnberger Jungs erlebe er diesen unglaublichen Ehrgeiz. Die Nachwuchskicker gehen zur Schule und sonst dreht sich alles um Fußball. Schon in der Schule werde Fußball trainiert, dann fast jeden Tag in der Freizeit. „Die haben einen ganz großen Ehrgeiz, eine ganz große Disziplin“ zollt Oskar Cuquejo ihnen höchsten Respekt. Er selbst habe sich für die Trainerlaufbahn entschieden.

Er begann mit 18 Jahren bei einem kleinen Verein als D-Juniorentrainer und gewann gegen große Vereine wie Werder Bremen und Bayern München. Er wechselte zur DFB-Schule nach Nürnberg und wurde Co-Trainer der Bayerischen Auswahl. Hier lernte er Ausnahmetalente wie Thomas Müller, Holger Badstuber oder die Zwillinge Sven und Lars Bender kennen. Diese seien allesamt sehr zielstrebige, brave Jungs mit ausgeprägtem Ehrgeiz gewesen. „Die wollten immer besser werden und konnten gar nicht genug kriegen.“

Aktuell holt er Spieler zwischen 13 und 20 Jahren zum Club. Auch bei den Glockenbergschülern sah er das eine oder andere Talent, das es als Fußballer weit bringen könnte. Aus der Region Coburg holte Oskar Cuquejo das große Talent Cedric Teuchert an den Valznerweiher. Dieser sagte vielen Schülern etwas. Den habe er persönlich zum Club geholt. Teuchert spiele in der 3. Saison in Nürnberg bei den Profis. Dieser fiel ihm bei einer Bezirksmeisterschaft in der Halle auf, zuvor schon einmal in Nürnberg. „Ich schaute bei einem weiteren Spiel zu, sprach mit den Eltern und lud ihn nach Nürnberg ein.“ Damals war Teuchert 13 Jahre alt.

Der Wechsel bedeutete für ihn ganz oft nach Nürnberg zu fahren, ein enormer Aufwand für die Eltern. „Er hatte ein herausragendes Talent.“ Zwei Jahre später zog er nach Nürnberg ins Internat. Schon bald durfte er für die Jugendnationalmannschaft spielen. „Heute ist Cedrik Teuchert immer noch sehr, sehr jung und schon ein Hoffnungsträger beim Club.“

Die Schülerinnen und Schüler der Neustadter Glockenbergschule erlebten einen faszinierenden Tag. Fußball ist einfach viel mehr als „bloß“ ein Sport.

 

 

Kindern aus allen Schichten und aus allen Ländern eine Basis für ein gemeinsames und verständnisvolles Miteinander zu geben und die Freude am Fußball zu vermitteln ist Ziel der „Aktion Fußballtag e.V.“. Schülerinnen und Schüler der Neustadter Glockenbergschule hatten das Glück, mit den Trainern (von links) Oskar Cuquejo vom FC Nürnberg und Joe Eller (Aalen) sowie Lehrer Michael Balling einen großartigen Sporttag zu erleben. Am Ende durfte jeder Schüler seinen Ball mit heim nehmen.

 

Foto: Rainer Glissnik