Entlassfeier 2012

Entlassfeier an der Glockenbergschule Neustadt 2012

 

Neustadt – Menschen können sich entwickeln, betonte Klassenleiter und Konrektor Matthias Müller, der acht Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums Neustadt am Ende ihrer Schulzeit von der Glockenbergschule Neustadt verabschiedete. Dazu gehörten Neugierde, Motivation, Disziplin, Fleiß, Interesse, Ernsthaftigkeit, Ausdauer oder Durchhaltevermögen.

Klassische Tugenden also, die schon seit Menschengedenken beeinflussen, formen und prägen. Heute würden wir dafür den Begriff Schlüsselqualifikation verwenden. „Und gerade diese sind im beruflichen Alltag das Maß der Dinge“, betonte Konrektor Matthias Müller. „An diesen Tugenden werdet ihr gemessen – erst danach an euren schulischen Ergebnissen, obwohl diese natürlich auch nicht unerheblich sind.“ Jeder der Entlassschüler sollte seinen  Entwicklungsweg selbstkritisch betrachten.

Die völlig eigenständige Auswahl des Sinnspruchs „Uns kann man nicht beschreiben – uns muss man erleben“ zeuge von einer Entwicklung hin zu einer gesunden Selbsteinschätzung. Allein das Ziel, dass am Ende der Klasse 9 ein Hauptschulabschluss erreicht werden könnte, habe das Handeln ein Jahr lang positiv begleitet und geprägt. Es sei manchmal schon erstaunlich gewesen, wenn Klassensprecherin Katharina Jeschke gesagt habe: „Ey Leute, macht mit – wollt ihr den Abschluss haben oder nicht!“ Was ein Ziel vor Augen doch alles bewirken könne.

Immer wieder sei es wichtig, Ziele vor Augen zu haben. Für einige könne es das Ziel sein, jetzt mit mehr Ernsthaftigkeit und Motivation den Hauptschulabschluss zu erreichen. Für andere seien vielleicht der Führerschein oder das eigene Auto wichtige Etappen. „Bedenkt immer:

Ein Mensch, der sich ernsthaft ein Ziel gesetzt hat, wird es auch erreichen“, riet Matthias Müller seinen Schülern.

Schon immer schien Jugend den Vorgenerationen verkommener und dümmer zu sein, immer waren sie zu egoistisch, zu konsumgeil, zu unpolitisch, zeigte Rektor Manfred Bergmann mit einem Zitat des griechischen Philosophen Sokrates auf. „Was für eine Generation seid ihr - liebe Schulabgängerinnen und Schulabgänger? Seid ihr vielleicht die Generation „Internet“? Denn: Ihr seid die erste Generation, für die das Internet schon immer selbstverständlich war.“  Aus der Generation Internet sollte eine Generation „D“ werden: Geboren und aufgewachsen in einem vereinten Deutschland – D für Demokratie, für Durchsetzungsvermögen, für Dynamik, für Diskussionsfähigkeit, aber auch ein bisschen für Dankbarkeit dem Leben gegenüber. „Denn ihr habt die Möglichkeit euer Leben selbst zu gestalten, das kann nicht jeder Jugendliche auf dieser Welt.“ 

Es stecken viele Erinnerungen und Erlebnisse in den letzten Schuljahren trotz mancher Schwierigkeiten zwischen manchen Schülern und Lehrern, erinnerten die Schülerinnen Katharina Jeschke und Sabrina Silzer. „Wir haben es geschafft, dass manche unangenehme Situationen uns dennoch zu einer Gemeinschaft formten. Auf diesem Weg bemühten sich besonders unsere Klassenlehrer Ute Miller, Christine Bär, Sabine Nagel, Pamela Barnickel, Claudia Vollrath sowie Matthias Müller.“  Die Schülerinnen erinnerten an die Fahrten nach Nürnberg, nach Bamberg, die Tage im Schullandheim oder die Abschlussfahrt nach Prag. „Wobei wir hoffen, dass unsere Lehrer neben der Arbeit mit uns auch ein bisschen Spaß hatten.“  

Musikalisch umrahmt wurde die Entlassfeier in der Thüringisch-Fränkischen Begegnungsstätte von der Schulband, zu der neben Lehrer Michael Balling die Neuntklässler Soeren Reuther, Katharina Jeschke und Sabrina Silzer gehörten. Eben diese drei Schüler wurden von ihrem Klassenleiter Matthias Müller auch für die besten Zeugnisse und für die maßgebliche Mitwirkung bei der Vorbereitung der Entlassfeier ausgezeichnet.

 

 

 

Entlassfeier bei der Glockenbergschule Neustadt. Klassenleiter und Konrektor Matthias Müller (von rechts) zeichnete die Klassenbesten aus: Soeren Reuther, Sabrina Silzer und Katharina Jeschke. Foto: Rainer Glissnik